Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im Zuge der öffentlichen Haushaltsberatungen für das Jahr 2023 am 08.11.2022 kam aus Reihen des Gemeinderates der Vorschlag, in der momentan schwierigen Haushaltslage keine Finanzmittel für das Straßenfest in den Jahren 2023 und 2025 einzustellen. Der folgende Beschluss wurde am Ende der Diskussion mit 18:2 Stimmen verabschiedet: „Für das Straßenfest werden in den Jahren 2023 und 2025 keine Finanzmittel eingeplant, es soll nur in den Jahren 2024 und 2026 stattfinden. Bei den Haushaltsberatungen im kommenden Jahr soll nochmals über den Turnus des Straßenfests beraten werden.“ Im Zusammenhang mit diesem Beschluss wurde auch geäußert, dass in den Jahren ohne Straßenfest in jedem Fall eine Alternativveranstaltung stattfinden soll.

Grund für diese Entscheidung, die den verantwortlichen Marktgemeinderätinnen und -räten bei Weitem nicht leichtgefallen ist, ist das jährliche Defizit von rund €55.000 bis €60.000 pro Straßenfest und die Aufforderung des Landratsamtes, angesichts der angespannten Finanzlage unserer Marktgemeinde die Ausgaben, insbesondere für freiwillige Leistungen, deutlich zu reduzieren und die Einnahmen zu erhöhen. Zudem belasten unseren Haushalt im Jahr 2023 unvorhergesehene Ausgaben in Höhe von ca. €400.000 für den Katastrophenschutz, um im Falle eines Blackouts die Sicherheit und eine gewisse Notversorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger gewährleisten zu können. Auch die Kosten für Energie haben sich bekanntermaßen für die kommenden Jahre vervielfacht. Bei Abwägung aller Leistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger erschien es dem MGR als vertretbar, im Jahr 2023 anstatt des regulären Straßenfestes zum eigentlichen Termin Ende Juli eine Alternativveranstaltung durchzuführen.

Mitte Dezember wurden seitens der Verwaltung die Vorsitzenden der Heroldsberger Vereine für den 26.01.2023 zu einer Besprechung eingeladen, bei der die Planungen der Alternativveranstaltung konkretisiert werden sollen. Ein „Fest der Vereine“ rund um das Rathaus kann nach unseren Vorstellungen durchaus zu einem ansprechenden Ersatz für die Heroldsbergerinnen und Heroldsberger werden.

Nun wurde Anfang Januar 2023 eine Petition unter dem Titel „Rette das Heroldsberger Straßenfest 2023“ gestartet. Leider wurde es versäumt, die tatsächlichen Zahlen bei der Verwaltung zu erfragen und im Petitionstext darauf hinzuweisen, dass bereits Planungen laufen, um eine Ersatzveranstaltung ins Leben zu rufen. Auch wurde der gefasste Beschluss sowie dessen Abstimmungsergebnis nicht korrekt wiedergegeben, wodurch die Grundlage der Petition nicht der tatsächlichen Faktenlage entspricht. Schade ist zudem, dass im Vorfeld der Petition kein Austausch diesbezüglich stattgefunden hat.

Rückblickend hätte es sicher auch unsererseits einer noch deutlicheren Kommunikation bedurft, insbesondere vor der sich nun abzeichnenden emotionalen Tragweite des Beschlusses, eben nicht nur in den Weihnachtsgrußworten des Wochenblattes, sondern nochmals explizit. Dies werde ich bei zukünftigen Entscheidungen noch kritischer hinterfragen. Allerdings haben wir auch mit mehr Verständnis für unsere Entscheidung gerechnet, da die Haushaltslage unserer Gemeinde hinlänglich bekannt ist.

Wir warten nun die Ergebnisse der Besprechung mit den Vereinsvorsitzenden am 26.01.2023 ab, in welcher Form und in welchem Umfang die geplante Alternativveranstaltung ablaufen wird und werden Sie darüber informieren, sobald es etwas Konkretes gibt.

Wie bereits in den vergangenen Monaten wiederholt geäußert, würden wir uns als Entscheidungs­träger auch gerne die finanziell guten Jahre 2017 bis 2019 zurückwünschen, allerdings müssen wir der Realität ins Auge blicken: Die Welt hat sich seit 2020 durch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen sowie durch den Ukrainekrieg und dessen Folgen entscheidend verändert. Dies spüren wir als Kommune massiv und müssen dementsprechende Entscheidungen treffen, wohl wissend, dass diese in der Bevölkerung nicht immer auf vollumfängliches Verständnis stoßen. Es ist jedoch unsere Aufgabe als Verantwortliche, unsere Marktgemeinde vor größerem finanziellem Schaden zu bewahren, sodass wir auch zukünftig noch handlungsfähig bleiben.

Ihr

Jan König
Erster Bürgermeister