Wie bereits im Heimatblatt Juli 2015 berichtet, wurde mit der neuen Entwässerungssatzung die Pflicht zu einer regelmäßig wiederkehrenden Überprüfung von Grundstücksentwässerungsanlagen eingeführt. Im nachfolgenden Text gehen wir hierauf genauer ein.

Warum müssen Kanäle überprüft werden?
Wie jedes andere Bauwerk unterliegen auch Abwasserkanäle einem natürlichen Alterungsprozess. Deshalb ist es notwendig, in regelmäßigen Abständen den baulichen Zustand überprüfen zu lassen. Eine zuverlässige Ableitung des Abwassers soll dadurch gewährleistet und eine Verunreinigung des Grundwassers verhindert werden. Auch der Markt Heroldsberg kommt dieser Verpflichtung durch regelmäßige Inspektion der öffentlichen Kanäle nach.
Die Entwässerungssatzung des Marktes Heroldsberg, in Verbindung mit dem Wasserhaushaltsgesetz, bildet die rechtliche Grundlage für die Überprüfungspflicht von privaten Abwasseranlagen.

Welche Kanäle müssen überprüft werden?
Nach § 12 Abs. 1 der Entwässerungssatzung muss der Grundstückseigentümer, die auf privatem Grund liegenden Abwasserleitungen und Schächte seiner Grundstücksentwässerungsanlage, durch einen fachlich geeigneten Unternehmer prüfen lassen. Dies betrifft alle Anlagenteile, welche im Erdreich oder unter Gebäuden verlegt sind. Nicht überprüft werden müssen Regenwasserleitungen, welche an einen Regenwasserkanal im Trennsystem angeschlossen sind und Abwasserleitungen der Hausinstallation, die innerhalb von Gebäuden liegen (Anschlussleitungen von Sanitärgegenständen, Fallrohre, sichtbare Sammelleitungen).

Welche Überprüfungsfristen sind zu beachten?
Die Überprüfung ist in Abständen von 20 Jahren durchzuführen. Auf Grundlage der Entwässerungssatzung sind Bestandsanlagen, welche in den vergangenen 15 Jahren nicht geprüft wurden, spätestens bis zum 1. Juli 2020 zu prüfen. Eine Dichtheitsprüfung, welche beim Neubau der Grundstücksentwässerungsanlage durchgeführt wurde, zählt als erstmalige Überprüfung.

Wurde z.B. ein Neubau am 01.06.2012 erstmals an die Kanalisation angeschlossen und das Protokoll einer Dichtheitsprüfung vorgelegt, ist die nächste Prüfung erst bis spätestens 31.05.2032 durchzuführen. Bei Anlagen, die vor dem 01.07.2000 errichtet wurden und deren Dichtheit zwischenzeitlich nicht überprüft wurde, müssen bis zum 01.07.2020 überprüft werden.

Wie wird die Überprüfung durchgeführt?
Die Überprüfung erfolgt durch Kamerabefahrung. Ausgangspunkt ist in der Regel ein im Grund-stück vorhandener Revisionsschacht; Reinigungsöffnungen im Gebäude können ebenfalls genutzt werden. Es ist empfehlenswert, vorab die Lage der Revisionsschächte und der Reinigungsöffnungen im Gebäude zu ermitteln und zugänglich zu machen. Eine Überprüfung der Dichtheit mittels Druckprüfung (z.B. Wasserstandsfüllung) ist grundsätzlich im Zuge der erstmaligen Herstellung oder Erneuerung einer Grundstücksentwässerungsanlage durchzuführen.
Geeignete Firmen finden Sie in den „Gelben Seiten“ (unter Kanalsanierung, Kanaluntersuchung, Rohrreinigung), im Internet, sowie bei den entsprechenden Innungen und Verbänden. Aus wirtschaftlichen Gründen kann es sinnvoll sein, wenn sich mehrere Grundstückseigentümer zusammenschließen und eine gemeinsame Überprüfung beauftragen.
Wurde im Zuge der Überprüfung festgestellt, dass die Abwasseranlage dicht ist, so ist das Ergebnis der Prüfung sowie zugehörige Unterlagen (Protokoll, Berichte und Pläne) dem Markt Heroldsberg unaufgefordert vorzulegen

Was ist zu tun, wenn Schäden festgestellt wurden?
Wurden bei der Überprüfung Schäden festgestellt, so sind diese zeitnah zu beseitigen. Anhand der Kamerabefahrung kann Ihnen die Fachfirma nachhaltige Sanierungsmethoden empfehlen. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Sanierungsmöglichkeiten, bei denen die Dichtheit des Kanals wieder hergestellt werden kann, ohne Oberflächen oder den Kellerfußboden aufzubrechen.

Was ist nach Abschluss der Sanierung zu tun?
Nach Beendigung der Sanierung ist die Dichtheit der sanierten Anlage mit einer erneuten Dichtheitsprüfung zu dokumentieren, sowie die zugehörigen Unterlagen (Protokoll, Berichte und Pläne) dem Markt Heroldsberg unaufgefordert vorzulegen. Bitte vereinbaren Sie hierzu einen Termin im Bauamt.

Bauamt Heroldsberg,
Fachbereich 4, Technik und Versorgung

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2020-02-06T18:11:51+01:00